Neurorehabilitation am Bezirksklinikum Mainkofen
Der Schlaganfall ist ein medizinischer Notfall – und zugleich der Beginn eines anspruchsvollen Weges zurück in Selbstständigkeit und Lebensqualität. Anlässlich des Tages gegen den Schlaganfall am 10. Mai 2026 gibt das Bezirksklinikum Mainkofen einen Einblick in die Arbeit der Neurorehabilitation.
Das Zentrum für Neurologie am Bezirksklinikum Mainkofen steht unter der Leitung von Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilke. Gemeinsam im Team mit Oberarzt Dr. Stefan Kölle, Dr. Teresa Egerter, Oberarzt PD Dr. Joachim Scheßl, Oberarzt Markus Richter sowie Oberärztin dr. Marijana Simic von der Stroke Unit verfolgt das multiprofessionelle Team ein konsequent strukturiertes Behandlungskonzept – von der Akutdiagnostik und Erstversorgung bis zur Einleitung eines Rehabilitationsprozesses –, das auf eine frühestmögliche Wiederherstellung neurologischer Funktionen und eine Minimierung resultierender Defizite abzielt.
Je nach betroffenem Versorgungsgebiet können sehr unterschiedliche Symptome auftreten: Lähmungen, Gefühlsstörungen, Störungen von Sprache und Wahrnehmung oder schwerwiegende Schluckstörungen, die den weiteren Behandlungsverlauf erheblich beeinflussen können.
Bereits in der frühen Phase nach einem Schlaganfall beginnt die gezielte Neurorehabilitation. Ziel ist es, verlorene Fähigkeiten nicht nur zu kompensieren, sondern neuronale Netzwerke aktiv zu stimulieren und funktionelle Fortschritte durch intensive Therapieeinheiten zu ermöglichen. Ärztlicher Dienst, Pflege und therapeutische Fachbereiche arbeiten eng abgestimmt zusammen, um Mobilität, Sprache, Schlucken sowie alltagspraktische Kompetenzen zu erhalten oder schrittweise wieder aufzubauen. Jede Intervention wird an die individuellen Bedürfnisse des Patienten ausgerichtet und soweit möglich evidenzbasiert durchgeführt.
Die enge Verzahnung zwischen Stroke Unit – mit umfassender Diagnostik und umgehender Akutbehandlung – und der Frührehabilitation bei gravierenderen Behinderungen gewährleistet einen raschen und strukturierten Übergang ohne therapeutische Zeitverluste. Angehörige werden frühzeitig einbezogen, Therapieziele transparent formuliert, realistische Perspektiven im Behandlungsverlauf entwickelt und die Weiterversorgung gemeinsam mit dem Sozialdienst organisiert. Kontinuität und angepasste Therapiedichte schaffen Sicherheit für die Patienten – und verbessern letztlich die funktionelle Prognose.
Der Tag gegen den Schlaganfall hebt die Bedeutung rascher Diagnostik und früher qualifizierter Weiterbehandlung hervor. Die neurologische Frührehabilitation am Bezirksklinikum Mainkofen steht für moderne neurologische Versorgung: multiprofessionell, strukturiert und getragen von der klaren Überzeugung, dass verbesserte Funktion, Teilhabe und Lebensqualität das Ergebnis präziser medizinischer Arbeit sind.
Bildunterschrift (Fotos: Bezirksklinikum Mainkofen / Sandra Knott):
Eine Therapeutin setzt hier bei einem Patienten die Spiegeltherapie als Teil der neurologischen Rehabilitation ein. Hintergrund: Bei einem Schlaganfall der rechten Hirnhälfte sind häufig Bewegung und Wahrnehmung der linken Körperseite beeinträchtigt, oft verbunden mit einem sogenannten Neglect, bei dem die betroffene Seite vom Gehirn weitgehend ignoriert wird. Die Spiegeltherapie nutzt eine einfache optische Täuschung: Ein Spiegel reflektiert die gesunde Hand, sodass das Gehirn das Spiegelbild als Bewegung der gelähmten Seite wahrnimmt. Diese visuelle Rückmeldung aktiviert motorische Hirnareale und kann sowohl die Bewegungserholung als auch die Körperwahrnehmung gezielt fördern.
10.05.2026
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