Gut besuchte Lesung am Bezirksklinikum Mainkofen

Anna Rosmus mit ihrem neusten Buch. Krankenhausdirektor Uwe Böttcher (li.) und Gedenkstättenleiter Jochen Rössler waren die Gastegeber der Lesung. Foto: C. Alenfeld

Rund 70 Interessierte sind am Donnerstag, 26. März 2026, in den Festsaal am Bezirksklinikum Mainkofen zur Lesung von Anna Rosmus gekommen. Die bekannte Publizistin stellte erstmals ihr neues Buch „Mainkofen, mach Dei Türl auf!“ vor. Zudem konnten die Besucher die bewegende Wanderausstellung „Die Opfer der Aktion T4 aus Bayern“ auf sich wirken lassen, die im Festsaal ausgestellt war.

Den Abend eröffnete Jochen Rössler, Gedenkstättenleiter am Bezirksklinikum Mainkofen, mit einem kurzen Einblick in die Geschichte der Einrichtung und in das dunkle Kapitel während der NS-Zeit. Die Zeit, in der das Leben von Menschen mit Behinderung als nicht lebenswert angesehen worden ist. Damals fanden allein in Mainkofen 1.366 Menschen durch Hungerkost und in der Tötungsanstalt Hartheim bei Linz den Tod.

In ihrem neusten Buch, das seit heute im Handel erhältlich ist, erzählt Anna Rosmus, wie das nationalsozialistische System der sogenannten „Euthanasie“ auch in Niederbayern funktionierte. Dabei beleuchtet sie im Besonderen das Vorgehen in der Heil- und Pflegeanstalt Mainkofen. Rosmus stellt dar, wie Ärzte und Behörden Patienten in Mainkofen zwangssterilisieren ließen und andere auswählten, um sie in die Tötungsanstalt Hartheim zu deportierten. Dort ermordeten die Nationalsozialisten Tausende Menschen mit Behinderungen, 604 davon aus Mainkofen.

In ihrer Lesung zeigte Anna Rosmus am Beispiel von Ärzten aus Passau die Ambivalenz auf, dass hochgebildete Mediziner einerseits vielen Menschen geholfen haben und andererseits zwischen lebenswert und lebensunwert unterschieden haben. Zudem schilderte sie anhand ausgewählter Einzelbiografien die Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen, psychisch Kranken oder suchtkranken Menschen, die immer auch damit rechnen mussten, „eingeliefert“ zu werden.

27.03.2026

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