Erinnerung braucht auch digitale Räume: App „Gedenkstätte Mainkofen“ veröffentlicht

Krankenhausdirektor Uwe Böttcher (li.) und Gedenkstättenleiter Jochen Rössler präsentieren die App „Gedenkstätte Mainkofen“. Foto: S. Knott

Die Erinnerung an das Geschehene lebendig halten – das hat sich das Bezirksklinikum Mainkofen mit der Gedenkstätte zum Ziel gesetzt. Erinnerung braucht Orte zum Verweilen. Und in der heutigen Zeit auch digitale Räume. Deshalb ist ab sofort die App „Gedenkstätte Mainkofen“ verfügbar.

Die App gibt einen Überblick über die Geschichte Mainkofens während des Nationalsozialismus und beleuchtet die Rolle Mainkofens in dieser Zeit. Hier finden Interessierte historische Hintergründe, Biografien von damaligen Patienten, Erläuterungen zu den einzelnen Stationen der Gedenkstätte und auch aktuelle Veranstaltungshinweise. Gefördert und ermöglicht wurde das App-Projekt durch die „Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern“.

„Die App macht die Geschichte unserer Einrichtung mobil zugänglich, erklärt Zusammenhänge und zeigt, warum Erinnerungsarbeit auch heute unverzichtbar ist. Wir hoffen sehr, damit die Aufmerksamkeit gerade auch der jungen Menschen auf dieses wichtige Thema zu lenken“, erklärt Gedenkstättenleiter Jochen Rössler, der die App entwickelt hat.

Krankenhausdirektor Uwe Böttcher ergänzt: „Es ist uns ein großes Anliegen, die Geschichte unseres Klinikums lebendig zu halten. Dazu gehört ganz besonders der Blick zurück auf die Geschehnisse in der Zeit des Nationalsozialismus. Unsere App leistet hier einen weiteren wichtigen Beitrag. Besonders in diesen Zeiten ist es unverzichtbar, die Erinnerung an diese Zeit immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.“

Seit 2014 bietet die Gedenkstätte in Mainkofen für Angehörige und Interessierte die Möglichkeit, der Opfer zu gedenken. Zudem finden zweimal im Jahr offizielle Gedenkveranstaltungen des Bezirksklinikums statt. Die App ist nun der nächste wichtige Schritt, um die Erinnerung an das dunkelste Kapitel der Einrichtung aufrecht zu erhalten.

Mit Kriegsbeginn 1939 begann unter den Bezeichnungen „Euthanasie“ und „Aktion Gnadentod“ der Massenmord an Menschen mit Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. Mehr als 1.800 Patienten wurden in dieser Zeit in der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt“ in Mainkofen zwangssterilisiert oder systematisch getötet.

Die App ist im Apple Store und bei Google Play verfügbar („Gedenkstätte Mainkofen“).

02.02.2026

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