Neurologie up to date 2026: Erfolgreiches Fachsymposium am Bezirksklinikum Mainkofen mit rund 100 Teilnehmern

Die Referenten des „Neurologie up to date 2026“ (v.li.): MUDr. Romana Ftacek, Klinikum Passau; Dr. Stefan Dallinger, Klinikum Passau; Anna-Katharina Eser, Neurologisches Zentrum BK Mainkofen; MuDr. Voitech Hurcik, Klinikum Passau (hintere Reihe); Prof. Dr. Tobias Freilinger, Chefarzt Klinik Neurologie, Klinikum Passau (vorne); Frederic Handelmann (hinten) und Nadja Küspert; Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, Chefarzt Neurologisches Zentrum BK Mainkofen; Dr. Maximilian Habs, Neurologisches Zentrum BK Mainkofen (hinten); Rufat Mammadli, Neurologisches Zentrum BK Mainkofen. Foto: C. Alenfeld

Am Samstag, 14. März 2026, hat am Bezirksklinikum Mainkofen wieder das wissenschaftliche Fortbildungssymposium „Neurologie up to date“ stattgefunden. Die gemeinsamen Gastgeber Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, Chefarzt des Neurologischen Zentrums des Bezirksklinikums Mainkofen, und Prof. Dr. Tobias Freilinger, Chefarzt der Klinik für Neurologie des Klinikums Passau, begrüßten rund 100 Teilnehmer im Festsaal in Mainkofen. Neben niedergelassene Neurologen und Klinikärzten waren auch verschiedene Pharmafirmen als Sponsoren der Veranstaltung mit Informationsständen anwesend.

Nach der Begrüßung durch Bezirksrätin Renate Wasmeier und Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, Chefarzt der Neurologischen Klinik des Bezirksklinikums Mainkofen, folgten verschiedene interessante Vorträge. Mit dabei waren Updates aus den Bereichen Multiple Sklerose, Kopfschmerz im Alter, Demenz und Schwindel.

Bei ihrem „Update MS“ konnte Anna-Katharina Eser, Oberärztin am Neurologischen Zentrum in Mainkofen, einen Paradigmenwechsel beim Therapiebeginn feststellen. Dank der neuen MS-Diagnose-Kriterien ist es möglich, eine Therapie heutzutage deutlich früher zu starten. „Die Therapie kann schon bei klinischer Unauffälligkeit begonnen werden, um den Zustand – wie zum Beispiel die Gehfähigkeit der Patienten – möglichst lange zu erhalten“, sagte Eser. Besonders wichtig sei auch ein frühzeitiger Therapiebeginn bei Kindern und Jugendlichen, da die pädiatrische MS (erste Symptome vor dem 18. Lebensjahr) eine besonders aggressive Erkrankung sei. „In der adulten MS-Therapie gab es seit 2010 eine rasante Entwicklung, dennoch gibt es bei Kindern weiterhin kaum Zulassungsstudien aufgrund der geringen Inzidenz.“ Diese Studien seien aber dringend notwendig, da bisher zu wenig zugelassene Medikamente für Kinder auf dem Markt seien. „Wir müssen uns oft an den Leitlinien für Erwachsene orientieren. Aber Kinder haben einen anderen Stoffwechsel und weisen zum Teil auch andere Nebenwirkungen auf. Hier benötigen wir unbedingt weitere belastbare Daten“, sagte Anna-Katharina Eser.

Prof. Dr. Tobias Freilinger, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Passau, blickte in seinem Vortrag auf das Thema „Kopfschmerz im Alter“. Entgegen anderer Annahmen sind Kopfschmerzen und speziell die Migräne im Alter weiterhin ein großes Thema. „Die Migräne gibt es weit über das 60. Lebensjahr hinaus. Auch die chronische Migräne kann hier noch auftreten. Der Schmerz ist aber oft weniger prägnant, die Aura tritt öfter isoliert auf“, erklärte Prof. Freilinger in Mainkofen. Die Therapie sei Einzelfall basiert, hier gäbe es keine spezifischen Leitlinien-Empfehlungen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft e. V. (DMKG) rät älteren Menschen, die in jüngeren Jahren nur selten Kopfschmerzen hatten, unbedingt zum Arzt zu gehen, wenn die Beschwerden häufiger werden und sich der Schmerz verändert.

In seinem „Update Demenz“ ging Prof. Dr. Tobias Schmidt-Wilcke, Chefarzt des Neurologischen Zentrums am Bezirksklinikum Mainkofen, u.a. auf die neuen Antikörper-Therapien ein, die seit einigen Monaten in Deutschland zugelassen sind. Die Therapie mit den Antikörpern Lecanemab und Donanemab richtet sich an Patienten in einem frühen Stadium – häufig noch im Stadium eines sogenannten Mild Cognitive Impairments (MCI), also einer Vorstufe der Demenz. „Bei der Behandlung ist immer ganz wichtig zu betonen, dass die Antikörper die Krankheit nicht heilen, sondern dass sie den kognitiven Abbau um ca. 30 Prozent verlangsamen können“, erklärte Prof. Schmidt-Wilcke. Auch wenn die Übernahme der Behandlungskosten für die neuen Therapien noch nicht endgültig geklärt ist, geht Prof. Schmidt-Wilcke davon aus, dass die Medikamente weiterhin auf dem Markt bleiben und von den Krankenkassen gegenfinanziert werden. Zudem wies er in seinem Vortrag darauf hin, dass es auch wichtige nicht-medikamentöse und präventive Behandlungsansätze gibt, die man nicht aus den Augen verlieren sollte. „Diese sind speziell bei Patienten im mittleren Lebensabschnitt von Bedeutung. Demenz-Versorgung ist Teamwork, auch bei uns in Mainkofen“, so Prof. Schmidt-Wilcke.

Dr. Maximilian Habs, Oberarzt am Neurologischen Zentrum in Mainkofen, wies in seinem „Update Schwindel“ besonders auf die Herausforderungen bei der Versorgung akuter Schwindel-Patienten hin. „Die Diagnostik bei akutem Schwindel ist herausfordernd und gleichzeitig besonders wichtig, da sich dahinter auch ein Schlaganfall verbergen kann. Deshalb müssen Patienten bei akutem Schwindel möglichst schnell untersucht werden“, sagte Dr. Habs. Das Problem ist aber, dass dem Schwindel – im Gegensatz zu anderen Schlaganfallsymptomen – noch die Awareness in der Gesellschaft fehlt. Schwindel als akutes Notfallsyndrom ist wenig bekannt. Hier muss noch mehr Aufklärungsarbeit erfolgen.

 

17.03.2026

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