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„Mit Parkinson zu leben, heißt, mit Veränderungen zu leben!“ Dazu brauchen Sie den richtigen Neurologen, um mit ihm gemeinsam die optimale Behandlung zu finden! Diesen finden Sie hier, am Bezirksklinikum Mainkofen!

Besuchszeiten:                 13.00 - 18.00 Uhr bzw. nach persönlicher Vereinbarung

Kontakt:                              Tel.: 09931/87-27201

Team

Oberärzte:

Anna-Katharina Eser
Fachärztin für Neurologie

Dr. med. H. Datzmann
Facharzt für Neurologie

Pflegerische Leitung:

Frau Eva Hüttinger (Stationsleitung)
Herr Bernd Engelgeh (stellv. Stationsleitung)
Frau Irmgard Habereder (stellv. Stationsleitung)

Kontakt:  Tel.: 09931/ 87-27201

Information für Patienten und Angehörige

Der Morbus Parkinson stellt neben der Alzheimer-Erkrankung die zweit häufigste neurodegenerative Erkrankung dar und ist somit eine der bekanntesten und häufigsten Erkrankungen des Nervensystems. Mehr als sechs Millionen Menschen sind weltweit von der Krankheit betroffen, in Deutschland wird die Zahl der Betroffenen laut der deutschen Parkinsonvereinigung auf 400.000 Patienten geschätzt.

Charakteristisch für die Parkinson-Krankheit ist nicht nur das Zittern (Tremor), sondern auch andere Bewegungsstörungen, wie Steife der Muskeln (Rigor), verlangsamte Bewegungen (Bradykinese) und Gleichgewichtsstörungen sind häufig anzutreffen. Zusätzliche Symptome können das „Einfrieren“ von Bewegungen (Freezing), Schwierigkeiten beim Sprechen und Schlucken, Störungen der vegetativen Funktionen (z.B. Blutdruckregulation, Blasen- und Mastdarmstörung) sowie Schmerzen, Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen und geistige Beeinträchtigung (bis hin zur Demenz) sein. Häufig werden insbesondere die nicht-motorischen Symptome unterschätzt und nicht ausreichend behandelt, obwohl durch sie die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt wird und auch die Lebenserwartung sinken kann.

Beim Morbus Parkinson kommt es zu einem Abbau / Zerfall (Degeneration) Dopamin-produzierender Zellen im Hirnstamm. Dopamin ist ein Botenstoff (Neurotransmitter), der für die Signalübertragung in bestimmten Hirnregionen verantwortlich ist, welche v.a. bei der Optimierung von Bewegungsabläufen eine wichtige Rolle spielen. Die Ursachen für den neurodegenerativen Prozess sind nicht letztendlich geklärt.

Die Behandlung beruht im Wesentlichen auf einem Ausgleich des Dopamin-Mangels durch Medikamente. Neben L-Dopa werden auch andere Medikamente, wie Dopamin-Agonisten, MAO B-Hemmer und COMT-Hemmer, einzeln oder in Kombination, eingesetzt. So wird eine möglichst lange und gute Wirksamkeit mit wenig Nebenwirkungen erzielt. Weitere Therapie-Möglichkeiten sind kontinuierlich Gaben mittels Medikamenten-Pumpen oder auch die Tiefen Hirnstimulation.

Neben der Behandlung mit verschiedenen Medikamenten spielen nicht-medikamentöse Behandlungs-möglichkeiten eine wichtige Rolle in der Therapie des Morbus Parkinson. Dabei können, abhängig von den Symptomen und Wünschen des Einzelnen, verschiedene Behandlungsformen zum Einsatz kommen. Zu diesen Maßnahmen zählen unter anderem Krankengymnastik (Physiotherapie), Ergotherapie und Sprach-/Schlucktraining (Logopädie). Weitere aktivierende Therapieformen sind Sport-, Kunst-, Musik- und Tanz-Therapie. Nach der S3-Leitlinie „Idiopathisches Parkinson-Syndrom“ sollten Patienten, auch bereits in der Frühphase ihrer Erkrankung, Zugang zu diesen Therapien haben.

Information für Ärzte und Interessierte

Die Parkinson-Erkrankung ist die zweithäufigste neurodegenerative Erkrankung. Die Kardinalsymptome sind Akinese, Rigor, Ruhetremor und die Störung der posturalen Instabilität. Neuropathologisch liegt eine Degeneration dopaminerger Neurone der Pars compacta der Substantia nigra zugrunde. Im Verlauf der Erkrankung kommt es zu einer Ausweitung der neurodegenerativen Prozesse auf andere Hirnregionen, sodass neben diesen motorischen Symptomen im Verlauf weitere nicht-motorische Symptome auftreten. Zu den nicht-motorischen Symptomen zählen unter anderem autonome, kognitive und emotionale Störungen. 

Die Diagnose eines Morbus Parkinson wird in erster Linie klinisch gestellt, unter zu Hilfenahme eines Diagnosealgorithmus (United Kingdom Brain Bank-Kriterien). Andere Untersuchungen wie pharmakologische Testungen (L-Dopa-Test; Apomorphin-Test), eine olfaktorische Testung oder auch die Durchführung einer Hirnparenchymsonographie können die Diagnose untermauern. Bei der Hirnparenchymsonographie wird transkraniell das Mittelhirn dargestellt, wobei typischerweise beim Morbus Parkinson die Substantia nigra hyperechogen zur Darstellung kommt. Diese Hyperechogenität lässt sich bei ca. 90% der Parkinson-Patienten nachweisen. Eine methodische Einschränkung besteht bei der Hirnparenchymsonographie darin, dass bei etwa 10% kein transkranielles Schallfenster vorhanden ist.

Vom idiopathischen Parkinson-Syndrom müssen zum einen atypische Parkinson-Syndrome, zum anderen sekundäre oder symptomatische Parkinson-Syndrome abgegrenzt werden. Diese Unterscheidung ist besonders im Hinblick auf die therapeutischen Optionen, den Verlauf und die Prognose ganz entscheidend. Die Differenzierung kann zum Teil klinisch erfolgen und durch die Anwendung nuklearmedizinischer Verfahren unterstützt werden. Auch labordiagnostisch können sich Hinweise auf ein nicht-idiopathisches-Parkinsonsyndrom zeigen.

Im Mittelpunkt der Behandlung steht die Therapie der motorischen Symptome. Grundprinzip der Therapie ist es, aufgrund des bestehenden Dopamin-Mangels den Dopamingehalt wieder zu erhöhen. Hierzu stehen verschiedene Ansatzpunkte zur Verfügung: zum einen kann L-Dopa ersetzt bzw. der Abbau von Dopamin verhindert werden. Zum anderen ist es auch möglich, durch die sogenannten Dopaminagonisten die Dopaminrezeptoren direkt zu stimulieren. Des Weiteren gibt es noch Medikamente, die über nicht-dopaminerge Mechanismen wirken. Durch die verschiedenen therapeutischen Optionen ist eine Anpassung der Therapie an die Bedürfnisse des einzelnen Patienten möglich.

Ein möglichst früher Therapiebeginn ist sehr wichtig, um die Lebensqualität der Betroffenen von Anfang an zu verbessern und aufrechtzuerhalten. Bei vielen Parkinson-Medikamenten bestehen Interaktionen untereinander und mit anderen Medikamenten. Treten im Verlauf der Erkrankung unter der oralen Therapie zunehmende motorische Komplikationen auf (On-Off-Wirkfluktuationen, verlängerte Off-Phasen, On-Dyskinesien, Off-Dystonien, ...), stehen weitere Therapie-Optionen zur Verfügung. Hierzu zählen die subkutane Gabe von Apomorphin, die intestinale Gabe von Duodopa über eine PEJ-Sonde sowie die Tiefen Hirnstimulation (deep brain stimulation: DBS). Die beiden Pumpentherapieformen haben zum Ziel, die Medikamenten-Plasmaspiegel zu glätten und somit eine kontinuierliche dopaminerge Stimulation herzustellen. Beide Verfahren werden in Mainkofen angeboten. Hinsichtlich der Tiefen Hirnstimulation besteht eine enge Kooperation mit der Universitätsklinik Würzburg (Herr Prof. Dr. Volkmann). Viele unserer Patienten haben mit diesen intensivierten Therapiesystemen eine neue Lebensqualität erhalten. 

Parkinson-Komplexbehandlung

Das Bezirksklinikum Mainkofen ist eine neurologische Schwerpunktklinik für die Behandlung von Patienten mit Morbus Parkinson und atypischen Parkinsonsyndromen. Als spezialisiertes Zentrum bieten wir neben einer sicheren Diagnostik ein umfassendes Behandlungsspektrum nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen an. Dies kann unter anderem im Rahmen einer multimodalen Komplexbehandlung (OPS 8-97d) erfolgen, welche sich in der Regel über einen Zeitraum von 14 – 21 Tagen erstreckt und bestimmte Struktur- und Prozesskriterien voraussetzt. Für eine individuelle, optimale Therapie eines jeden Patienten hält unser erfahrenes Team aus Ärzten, Therapeuten und Krankenpflege, darunter speziell ausgebildete „Parkinson-Nurses“, eine Vielzahl an durchdachten Behandlungskonzepten bereit.

Durch die langfristige und persönliche Betreuung unserer Patienten können wir am Bezirksklinikum Mainkofen die Parkinson-Therapie den jeweiligen Lebensumständen und den persönlichen Vorstellungen und Zielen sowie dem Verlauf der Erkrankung im Rahmen eines ganzheitlichen Therapieansatzes anpassen. Dazu gehören Medikamentenneueinstellung, Medikamentenumstellung, aktivierende Therapien, wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und neuropsychologische Diagnostik / Therapie, aber auch die Versorgung mit Hilfsmitteln sowie die eingehende Beratung der Patienten und deren Angehörigen.

Insbesondere, wenn sich die Wirkschwankungen im Rahmen der oralen Pharmakotherapie nicht mehr kontrollieren lassen, beraten wir unsere Patienten über weitergehende Möglichkeiten, wie zum Beispiel Pumpensysteme oder die Möglichkeit der Tiefen Hirnstimulation. Sämtliche Pumpenverfahren werden in unserer Klinik häufig und mit gutem Erfolg angewandt. Hinsichtlich der Tiefen Hirnstimulation besteht eine enge Kooperation mit der Universitätsklinik Würzburg (Herr Prof. Dr. Volkmann). Viele unserer Patienten erhalten mit diesen intensivierten Therapiesystemen oft eine neue Lebensqualität. Wichtig hierbei ist eine gute Kenntnis des individuellen Krankheitsverlaufs, sowie der begleitenden Erkrankungen, aber auch der Wünsche, Vorstellungen und nicht zuletzt Ängste der Patienten, um mit den Patienten und deren Angehörigen zusammen die besten Therapieentscheidungen zu treffen.

Team

Leitender Oberarzt
Dr. med. Hans Datzmann
Facharzt für Neurologie 
Oberärztin
Anna-Katharina Eser
Fachärztin für Neurologie

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Sekretariat

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Stationäre Aufnahme

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